Das (mögliche) Problem mit dem Lithium

Wohl kaum ein Bereich ist seit einigen Jahren so stark in Diskussion, wie das Thema um die E-Mobilität. Es gibt viele Befürworter, zu denen ich selbst immer schon gehörte. Es gibt aber auch viele Gegner. Hier wollen wir mal beschreiben, woher große Teile des Lithium herkommen, wofür es benötigt wird, und warum der Abbau aktuell noch nötig ist – um einen echten umweltgerechten Umschwung zu ermöglichen. Ein Vorteil für alle Menschen. Eine echte Win-Win Situation.


Man kann sich ruhig auf dem Kopf stellen. Es wird sich aber dennoch nichts ändern. Wie auch? Wenn es so einfach wäre, würden wir alle auf dem Kopf stehen – nur um z.B. das Wetter zu ändern. Oder die Umwelt. So läuft das aber nun mal nicht. Denn die Dinge entwickeln sich so, wie sie sich entwickeln müssen. Und darum kann man – dies nur am Rande – auch als einzelne Person nicht viel ändern, wenn man sein eigenes Verhalten ändert. Es kann höchstens als Vorbild für andere Menschen dienen. Bestenfalls. Das ist auch ganz okay soweit. Das ist auch so beim Riesenthema „Lithium“ und „Kobalt“. Auf der einen Seite ein Problem. Auf der anderen Seite aber auch eine (riesige) Chance, ein Vorteil für alle Menschen, für die ganze Umwelt, eine echte Win-Win Situation. Wir müssen es nur richtig machen!

Die industrielle Revolution

Um 1850 begann sie mit Dampfmaschinen, welche mühselig über ein Feuer und einen Wasserkessel angeheizt wurden – übrigens ähnlich altmodisch, wie heute noch die Atomkraftwerke funktionieren. Die Technik der Dampfmaschinen ist schön anzusehen. Wirklich keine Frage. Ich finde die Dinger auch ganz okay. Und das ist nicht ironisch gemeint. Aber der Wirkungsgrad ist einfach zu schlecht. Darum haben wir diese Dampfmaschinen nicht mehr. Eigentlich logisch, oder? Die Dinge entwickeln sich nun mal weiter. Und das ist doch auch völlig okay. Oder wollen wir Stillstand? Heute noch so leben, wie vor einigen hundert Jahren? Ehrlich? Na dann herzlichen Glückwunsch. Ich bin da wirklich total tolerant. Wer heute noch so leben möchte, wie vor hunderten von Jahren, soll das gerne tun. Habe ich kein Problem mit. Jeder soll tun und lassen, was er/sie/es möchte. Für mich ist das aber leider nichts. Ich bin Techniker, und liebe die Technik. Auch wenn die nicht immer liebenswert ist.

Pexels Foto Nr. 3976320, Windturbinen
Pexels Foto Nr. 3976320 von Kervin Edward Lara, Windturbinen, Windkraft.
Es nützt alles nichts. Dampfmaschinen sind schön anzusehen, haben aber einen total miesen Wirkungsgrad. Darum gibt es die heute nicht mehr. Und genauso ist es bei Verbrennermotoren. Auch eine schön anzusehende Technik, aber auch mit vielen komplexen Teilen, und mit einem extrem schlechten Wirkungsgrad. Darum gibt es diese Motoren bald nicht mehr. Wir können auch die gefährlichen Atomkraftwerke, und die umweltschädlichen Kohlekraftwerke, welche beide! einen sehr schlechten Wirkungsgrad haben auf Dauer nicht mehr einsetzen. Die Lösung kann nur eine intelligente Verbindung zwischen der Alternativen Energieerzeugung aus Photovoltaik (Sonnenlicht) und Windkraft (Luftdruckunterschiede), gekoppelt mit einer umweltverträglichen Speichertechnik sein. Denn E Motoren in E Autos haben zwar einen genialen Wirkungsgrad von über 90%, aber der Strom muss ja auch irgendwo herkommen. Und das ist gar nicht so schwer, versprochen! Denn so viel Strom ist das gar nicht.
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Jeder Mensch braucht Lithium. Wirklich!

Haben Sie ein Smartphone, einen Notebook, oder andere Kleingeräte? Dann haben Sie darin auch einen Lithiumakku. Ist einfach so. Doch wo kommt das Lithium her, wie wird es abgebaut, welche Umweltschäden können entstehen?

Und wofür braucht man Kobalt?

Heutige Akkus (Stand 2021) brauchen neben Lithium auch Kobalt, und zwar jeweils in etwa rund 10 kg pro Autoakku. Doch der Kobaltabbau ist ebenfalls wie der Lithium Abbau nicht gerade sauber. Abgebaut wird der Kobalt zum Beispiel im Afrikanischem Kongo. Rund 20% findet jedoch mehr oder weniger illegal statt. Die Arbeitsbedingungen sind einfach nur schlecht, und hier sterben auch immer wieder Menschen. Das hier auch die verbotene Kinderarbeit an der Tagesordnung steht, ist klar. Der Mindestlohn im Kongo (am Tag wohlgemerkt!) liegt bei lächerlichen 4,- Euro. Auch wenn es im Kongo für dieses Geld viel mehr Gegenwert gibt, als im Europäischem Raum; es bleibt eine lächerliche Schande. Wir wollen hier keinesfalls einzelne Länder oder deren Menschen schlecht machen. Dies liegt mir schlicht fern. Fakt ist aber, dass die Chinesischen Firmen im Kongo den Hauptabnehmer für Kobalt darstellen. Immerhin wird in China rund 80% Kobalt aufbereitet, und somit ist China ein Monopolist. Hier sollte erheblich mehr Transparenz sein! Der Kobalt darf nur von Erwachsenen Menschen angeliefert werden. Ob jedoch Kinder diesen Kobalt abgebaut haben, stört hier niemandem. Offenbar stört sich daran die (deutsche) Autoindustrie auch nicht so sonderlich. Wie sonst ist zu erklären, dass es kaum Standards für den Kobalt- und Lithium Abbau gibt? Die (deutsche) Autoindustrie tut auch hier so, als sei alles in bester Ordnung; wir produzieren die schönen sauberen E-Autos, und sagen auch; ja, der Abbau der Rohstoffe für die Akkus ist auch sauber. Aber genau das ist Stand 2021 noch immer nicht der Fall. Muss das denn wirklich sein? Muss man leben nach dem Motto; nach mir die Sintflut? Wir sterben doch eh bald, sollen unsere Kinder es richten. Nein, so geht das nicht! Ich persönlich, Jürgen Blumenkamp, bin klarer Befürworter der E Mobilität. Aber bitte nicht auf dem Rücken der Ärmsten der Armen.

Wo wird Kobalt aktuell (Stand 2021) abgebaut?

Jährlich rund 90.000 Tonnen stammen aus dem afrikanischem Kongo, welcher nach China exportiert wird. Das erheblich größere Russland fördert nur 5.900 Tonnen. Es folgen Kanada mit 3800 Tonnen, Kuba mit 4900 Tonnen, Australien mit 4700 Tonnen.

Lithium aus Puna, Argentinien, Süd Amerika

Auf dem südamerikanischem Kontinent, in der Gegend von Chile hat sich im Laufe von millionen von Jahren auf der rund 1800km langen Hochebene zwischen zwei Gebirgsketten viel Lithium angesammelt, denn hier gibt es eine sogenannte Höhlenwüste.

Puna, Argentinien, Süd Amerika
Photo by Pixabay, Puna, Argentinien, Südamerika
Die Hochebene in Argentinien, wo das Lithium abgebaut wird.

Eine geologisch aktive Region auf der Erde

Es brodelt, Vulkanismus und Trockenheit, hier gibt es tonnenweise Lithium. Die Wüstensonne hat über Jahrmillionen die Salzseen eingedampft, und so die Minerale konzentriert. Früher hat man hier nur das Salz abgebaut. Heute wird die Sole (Flüssigkeit) angezapft. In einem Liter dieser Soleflüssigkeit, die wie Wasser aussieht, ist rund 1 Gramm Lithium enthalten. Die Menge für einen heutigen (Stand 2021) Smartphoneakku. Für einen heutigen E-Auto Akku braucht man aber noch rund 10000 Liter, also dann rund min. 10 kg Lithium. Eines der möglichen Probleme ist also der hohe Wasserverbrauch. Auch wenn Wasser vielleicht nicht wirklich verbraucht wird, weil es ja ein Kreislauf ist, so ergibt sich dennoch eine (zumindest vorübergehende) Verlagerung von Wassermengen. Hier gibt es auch eine Industrie, welche das Lithium abbaut. Die Livent Mine ist hier führend. Doch genau dieses Unternehmen möchte keine Interviews geben. Schade eigentlich. Aktuell werden hier rund 6000 Tonnen Lithium abgebaut. Diese Menge reicht für rund 500000 E-Auto Akkus. Die Produktion soll jedoch erheblich gesteigert werden.

Das Abbauprinzip

Ansich muss man „nur“ die Soleflüssigkeit in einem (flachen) See pumpen. Dann verdunstet durch die Sonne die (große Menge) Flüssigkeit, die ja auch Wasser enthält, aber eben auch das Lithium. Übrig bleibt nach einigen Monaten ein ca. 5%iges Lithiumkonzentrat. Leider fehlt das Wasser jetzt an manchen Stellen, denn es ist ja in die Wolkenschicht aufgestiegen. Darunter leiden auch die Landwirte, die ja dann ihre Pflanzen nicht mehr optimal bewirtschaften können. Fakt ist offenbar, dass die Region sowieso sehr regenarm ist. Die Gegner des Abbaus sagen, dass der Abbau des Lithium zum absenken des umliegenden Grundwasserspiegels führt. Die Befürworter sagen; nein, der Abbau ist ein abgeschlossenes System, und hat keinen oder kaum Einfluss auf den umliegenden Grundwasserspiegel. Fakt scheint zu sein, dass der Abbau von Lithium viel Wasser (Süßwasser) in Anspruch nimmt.

Eine Chance für Argentinien?

Generell ist der Lithiumabbau durchaus ein lohnendes Projekt, welche für Argentinien durchaus wirtschaftlich interessant sein kann. Der Abbau von Lithium ist übrigens im Vergleich zum Abbau von Kupfer (oder auch Gold) immer noch erheblich sauberer, und umweltfreundlicher. Auch der energieaufwand ist einigermaßen okay, denn die meiste Energie liefert ja die Sonne beim trocknen der Soleflüssigkeit über einige Monate. Auch dies spricht – ganz allgemein – dafür, zukünftig viel mehr alternative Energie zu nutzen, also Techniken, welche die Energie der Sonne und Ihre Folgeenergien (Wind) nutzen. Denn die Sonne und der Wind schicken keine Rechnung. Ist doch praktisch, oder? Aber dies wollen offenbar viele Menschen nicht wahrhaben, und ignorieren dies.

Die (allgemeine) Industriealisierung

So lange wir die Erde bevölkern, brauchen wir auch Rohstoffe. Wir müssen nur aufpassen, dass wir dabei nicht die Umwelt zu sehr belasten. Denn schon das oberste Gericht hat gerade in 2021 klar gestellt; jedes Land, auch Deutschland hat die Pflicht, die Umwelt zu schützen, und vorausschauend zu planen. Denn unsere Kinder und Enkel wollen hier auch noch leben können auf dieser Erde – ohne im Sommer unendlich schwitzen zu müssen, oder von Überschwemmungen heim gesucht zu werden. Ein weiteres Problem ist auch die Umweltflucht. Dies führt zu Einwanderungen fremder Menschen, auch in Deutschland, einfach weil die Menschen in Ihren Regionen aufgrund der Trockenheit nicht mehr leben können. Mal ehrlich, wem kann man so eine Flucht verübeln? Wir hier in Deutschland würden doch auch auswandern in andere Länder, wenn uns hier das Leben unmöglich gemacht wird. Hier fehlt also schlicht das Verständnis für andere Menschen, was ganz allgemein vermutlich das größte Problem ist. Fakt ist aber auch, dass wir nicht auf Dauer mit Verbrennermotoren (die alte Knattertechnik) durch die Gegend fahren können. Wir können auch nicht mit riesigen Schornsteinen in Kohlekraftwerken die Luft (und auch die Lebewesen) verpesten. Denn das ist auch keine Lösung.

Die Lösung? Der Skandal?

Das größte Problem beim Lithiumabbau ist vermutlich der eigentliche Abbau in den Minen. Denn hier gibt es praktisch keine Kontrollen. Die Firmen lassen aktuell ja nichtmal Reporter in Ihre Produktionen reinschauen. Dies alleine „stinkt“ zum Himmel. Hier muss viel mehr Druck von der Allgemeinheit ausgeübt werden. Und dieser Druck wird kommen, keine Frage. Denn man kann sich nicht auf Dauer ducken. Irgendwann kriegt man einen auf dem Deckel. So müssten sich alle Akkuhersteller, welche ja immer noch das Lithium brauchen für Ihre Akkus, zusammen tun, und knallharte Standards durchsetzen. Aber da haben die aktuell wohl noch kein großes Interesse dran. Schade, sehr schade 😦 Aber dieser Punkt des Interesses wird noch kommen!

Vielen Dank sagt Jürgen Blumenkamp für Ihre Lesegeduld. Hier noch ein paar Links zum Thema „Lithium“, und zum angesprochenen Umwelturteil.

Wikipedia, Abbau von Lithium.

Das oben angesprochene Oberste Gericht zu Umwelturteil.

Strom tanken zu Hause

Ein E Auto kommt für immer mehr Fahrer infrage. Aber wie funktioniert die Ladestation in der Garage oder an der Hauswand? Hier beschreibe ich, was man vor der Installation beachten sollte.


Es ist durchaus möglich, ein E Auto (Elektroauto) auch an einer herkömmlichen 230V Steckdose anzuschließen, also aufzuladen. Grundsätzlich dauert der Ladevorgang dann aber auch ziemlich lange. Je nach Akkugröße reicht eine Nacht oft nicht aus, um den PKW Akku aufzuladen. Denn wir haben hier ja 230V AC die mit max. (und auch nicht auf Dauer) mit gut 10 A belastet werden dürfen. Achtung; normale (Haus)Steckdosen sind nicht für stundenlange Höchst-Belastungen geeignet. Sie werden dann heiß, und können sogar eine Brandgefahr darstellen.

Zuhause Strom tanken
Bild oben; Pixabay. Man kann durchaus an der 230 V Steckdose einen E PKW aufladen. Hier bestehen bei stundenlanger Strombelastung jedoch Schmor und -Brandgefahr.
Nur eine Notlösung, wenn gar nichts anderes geht; aufladen eines E PKW an einer herkömmlichen Netzsteckdose.

Denn aus so einer erwähnten Steckdose kann man rund 2,3 kW entnehmen. Wenn nun der Autoakku 10 x so groß ist von der Kapazität her, also 23 kWh hat, und auch ziemlich leer ist, dauert es 10 Stunden, bis der Akku ganz voll ist. Wie erwähnt besteht dabei sogar noch eine Brandgefahr für die Steckdose, da diese nicht für so lange Zeit so stark belastet werden darf.

Besser per Wallbox

Eine Wallbox, zu deutsch in etwa eine Wandbox, oder besser Wandkasten, oder einfach „Wandladestation“ wird mit deutlich dickeren Kabeln, und auch mit allen 3 Phasen, die in einem Haushalt installiert sind, versorgt. Denn von außen kommt ein dickes Kabel vom Stromanbieter in das Haus. Es hat 4 Leitungen, nämlich den Nullleiter und 3 Phasen, welche einen Phasenversatz von 120 Grad haben (3 x 120 = 360 = ein Vollkreis). Dieser Phasenversatz ist technisch schon bei der Stromproduktion im Stromgenerator bedingt – egal wo dieser ist (BHKW, Windkraftanlage, Großkraftwerk…) – und wird heute in einem Haushalt kaum noch benötigt, außer z.B. für eine Wärmepumpe, welche oft einen sog. 3 phasigen, oder auch „Starkstrom“ Anschluss (im Vergleich zum Schwachstrom, oder auch „Lichtstrom“ Anschluss) verwendet. Ansonsten verwendet man die 3 Phasen, die ja quasi 3 getrennte Stromversorgungen sind (immer gegen den N = Nullleiter) nur um diese gleichmäßig an die vielen Verbraucher (Steckdosen usw.) verteilen zu können. Eine Wallbox kann diese 3 Stromversorger (diese 3 Phasen) jedoch auch zusammen bündeln, und so z.B. problemlos 22 kW Leistung bereit stellen. Manche Wallboxen können auch noch mehr Leistung liefern. Ein gewöhnlicher Hausstromanschluss leistet in aller Regel min 14,5 kW. Er kann jedoch auch 34 kW liefern, oder noch mehr, falls dies bei Beauftragung so gewünscht wird. Industriestromanschlüsse leisten natürlich ein Vielfaches davon.

Installation der Wallbox

Üblicherweise erfolgt die Montage in der Garage. Die Wallbox selbst hat auch mehr oder weniger Technik integriert, in der Art wie z.B. im heimischen Stromverteilerkasten. Manchmal ist sogar eine separate FI (F = Fehler, I = Intensität) Absicherung enthalten. Die Box wird nun mit einem entsprechend dicken 5 adrigem Kabel mit dem Hausanschlusskasten verbunden. Falls eine sog. Starkstromsteckdose (die roten für Maschinen) mit 16 oder gar 32 A in der Nähe ist, kann man auch diese nutzen. Stecker rein, und gut ist.

Die Kosten

Einfache Wallboxen mit bis zu 3 phasiger Leistung von bis zu 11 kW sind aktuell schon für um die 500,- Euro zu haben. Hier kommt jedoch noch die eventuelle Montage hinzu. Ist keine Starkstromsteckdose vorhanden, müssen noch die Kosten für die separate Leitung vom Zählerkasten hinzugerechnet werden. Sprechen Sie dazu am besten mit Ihrem Elektriker. Generell dürfen Sie nur bei entsprechender Befugnis (Ausbildung) selbst den Anschluss legen, und/oder die Wallbox installieren. Ist bereits eine Starkstromsteckdose in der Nähe, kann die Installation im Idealfall sogar selbst erledigt werden; Stecker rein, und das war es schon.

Die mögliche Ladeleistung

Wir wissen, dass eine Phase max. – im idealen Fall, also bei guter Verkabelung, und bei geeigneter Steckdose – mit 3,7 kW belastet werden darf. Das entspricht einen Strom auf einer Phase von rund 16 A. Wie gesagt, theoretisch ist das auch (kurzzeitig) bei einer „einfachen“ Netzsteckdose möglich, die in den Wänden unserer Haushalte x fach vorhanden ist. Zu empfehlen ist das jedoch nicht! Hier bei der extra für diese hohen Ströme vorgesehenen Steckdose, nämlich die Wallbox, ist das jedoch kein Problem. Da wir sogar 3 Phasen haben, können wir auch problemlos bis zu 3 x 16 A = 11 kW abnehmen. Viele Wallboxen können sogar problemlos bis zu 22 kW liefern – völlig erlaubt sogar. In einigen Haushalten ist jedoch die Ladung – aufgrund des Hausstromanschlusses, genau genommen der Dimensionierung dessen – auf 11 kW (3 phasig) begrenzt. Aber damit kann man auch große E Autos mit recht großen Akkus schon ziemlich schnell aufladen, min. aber ziemlich schnell nachladen.

Anmeldung / Genehmigung Wallbox

Bis zu einer Leistung von 11 kW müssen Wallboxen angemeldet werden. Auch wenn der Hausstromanschluss mehr leistet, ist dies notwendig. Die Begründung liegt darin, dass beim Laden dann ja zusätzlich bis zu 11 kW Leistung von diesem Anschluss aufgenommen wird, also vom Versorger zusätzlich geliefert werden muss. Bei noch höheren Leistungen muss die Montage der Wallbox sogar beantragt und auch bewilligt werden. Alles andere ist sonst strafbar.

Wallbox in Mietwohnung

Generell – Ausnahmen mag es geben – haben Sie auch als Mieter Anspruch auf eine Wallbox. Die Kosten müssen Sie dann selbst übernehmen. Hier ist aber eine Absprache mit dem Vermieter nötig. Idealerweise sollten Sie die Installation so erledigen lassen, dass Sie die Wallbox auch problemlos – also quasi steckerfertig – in die neue Mietwohnung mitnehmen können. Es gibt übrigens auch transportable Wallboxen, die lediglich an eine rote Starkstromsteckdose angesteckt werden. Das eigentliche Ladekabel sollte idealerweise fest an der Ladebox (Wallbox) montiert sein. So kann das Ladekabel vom PKW ungenutzt im PKW verbleiben, und dort verwendet werden, wenn Sie mal unerwartet irgendwo liegen bleiben, und sich z.B. eine Notstromversorgung erfragen müssen, z.B. in einem Haushalt, oder einer Firma in der Nähe, welche bereit ist Ihnen in so einer Notsituation zu helfen. (leerer Akku = wie ein leerer Tank beim Verbrenner).

Stecker zum laden / Ladestecker

In Deutschland bzw. Europa findet man oft den „Typ 1“ Stecker, den „Typ 2“ Stecker, den CCS Stecker. Bei chinesischen und japanischen PKWs findet man oft „CHAdeMO“ Stecker.

Typ 1Asien und Nordamerika. 1 phasig, max. 7,2 kW Ladeleistung. Werden diese PKWs in Deutschland angeboten, liegt meist ein Ladekabel mit Adapter bei. So kann dieser PKW auch an den in Deutschland verbreiteten Typ 2 Ladeeinheiten verwendet werden.
Typ 2Europa und Deutschland. 3 phasig, max. 43 kW Ladeleistung. An heimischen Wallboxen meist 3 phasig mit max. 11 kW Ladeleistung. Wird auch als „Mennekes Stecker“ bezeichnet.
CCSStandardanschluss für Schnellladung. 3 phasig, meist bis 50 kW Ladeleistung, oft aber mehr. Combined Charging System. In Europa Standard für Typ 2 Fahrzeuge, welche schnellladefähig sind.
CHAdeMoAsien, Charge de Move, DC Schnellladeanschluss, min. 50 kW Ladeleistung, oft auch deutlich mehr. Wird z.B. bei Nissan, Kia, Mitsubishi verwendet.
Die verbreiteten Ladeanschlüsse für Elektroautos. Daneben gibt es natürlich noch von Tesla das Superschnellladesystem, welches quasi ein modifiziertes Typ 2 System ist. Hier wird eine Ladeleistung von 120 kW erreicht. Natürlich können Teslas in aller Regel auch am Typ 2 aufgeladen werden.

Kosten für die Stromladung

Generell zahlen Sie aktuell incl. aller Stromnebenkosten – so wie auch für alle anderen Verbraucher im Haushalt – rund 30 Cent pro KWh. Wenn also Ihr Auto einen 40 kWh Akku hat, und Sie möchten diesen komplett aufladen, zahlen Sie rund 40 x 30 Cent, also rund 12,- Euro. Die Abrechnung erfolgt üblicherweise so wie von Ihnen bisher für Ihre Haushaltsgeräte bekannt. An einer öffentlichen Ladestation können (und werden) die Preise pro kWh jedoch höher sein. Hier ist aktuell auch die passende (Lade)Karte notwendig, um überhaupt Strom außerhalb tanken zu können. Wenn Sie eine PV Anlage haben, und ggf. sogar einen entsprechend großen (Haus)Akku, können Sie im Idealfall sogar kostenlos Strom tanken. Hier ist jedoch in vielen Fällen eine Wallbox mit zusätzlicher Technik erforderlich.

Förderung von Wallboxen

Da Elektroautos auch eine Förderung bekommen, ist davon auszugehen, dass auch die heimischen Wallboxen demnächst gefördert werden. Hier ist dann z.B. bei der KfW vor Kauf eine solche Förderung zu beantragen. Nach Kauf wird die Rechnung eingereicht, und man bekommt einen Großteil der Investitionen erstattet.

Hier noch ein paar interessante Links und Artikel;

Damit beende ich diesen Artikel über eine Strom-Wallbox für E PKW, und bedanke mich für das Lesen.

Grüße, Euer Jürgen Blumenkamp

Tesla und der Elektromotor

Elektroautos sind die bessere Option! Das war schon um 1900 klar. Doch durchsetzen konnte sich diese Technik leider noch nicht. Dabei gab es vor 100 Jahren mehr Elektroautos als solche mit Verbrennungsmotor. Wirklich wahr! Was steckt dahinter, wenn sich gute Technik nicht durchsetzen kann?


Schon seit über 100 Jahren (Stand 2010) gibt es PKWs – und andere Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Wussten Sie, dass es genau so lange auch schon PKWs – und andere Fahrzeuge – mit Elektroantrieb gibt? Diese hatten auch damals schon einen Akku – logisch, mit einem langen Kabel sind die nicht an einer „Leine“ rumgefahren – und konnten teilweise mit überzeugenden Leistungsdaten aufwarten. Doch ganz bestimmte „Kräfte“ waren damals (wie heute noch) im Spiel…

Der damalige deutsche Kaiser Wilhelm II (geboren 1859 in Berlin) hatte um 1900 mehrere Elektrofahrzeuge. Wenn wir das mit der aktuellen Regierung vergleichen, die hier überhaupt nicht schlecht geredet werden soll, wie viele E Fahrzeuge müsste diese dann heute haben?

Wie wurde die Elektrofahrzeugtechnik bis heute weiter entwickelt? Der Verbrennungsmotor wurde immer weiter forciert. Und die Entwicklung der Elektromotoren in den Fahrzeugen inclusive Akkutechnik stagnierte lange Zeit – eigentlich bis heute noch.

Der Verbrennungsmotor hat einen maximalen Wirkungsgrad von rund 35 %. Das ist jedoch nur unter einer ganz bestimmten Drehzahl möglich. In der Praxis ist dieser Wirkungsgrad, der Eta, viel geringer! Aber wir wollen doch günstig fahren, und nicht unnötig den Motor kühlen müssen. Mindestens 65% Wärmeabfall, nur für ein wenig Heizung im Auto? Zweifel kommen auf.

Das bedeutet, ein Verbrennungsmotor erzeugt sehr viel völlig unnötige, nicht nutzbare Wärme. Dabei erfordert der Verbrennungsmotor sogar noch eine gewaltige regelmässige Portion Wartung, und damit jede Menge Kosten – vom Spritkostenaufwand mal ganz abgesehen. E-Motoren haben rund 90 % Wirkungsgrad. Ein wirklich guter Wert, da kann man einfach nicht meckern!

Renomierte Firmen wie VW, BMW, Mercedes, die allesamt hohe Gewinne einfahren, und somit genug eigenes Geld haben, fordern vom Staat Millionenbeträge, um „neue Technik“, also neue Akkus für Fahrzeuge zu entwickeln. Und sie bekommen die Gelder oft auch. Doch was diese Firmen bisher zu Tage gebracht haben, kann noch nicht so recht überzeugen.

Letztlich ist der Verbrennungsmotor ein Auslaufmodell. Doch viele Autohersteller wollen nichts davon wissen. Es müssen die Fragen erlaubt sein: hat die deutsche Automobilindustrie, Stand 2014, den Anschluss verloren? Welche Zukunft hat ein PKW mit Verbrennungsmotor? Und welche Zukunft hat ein PKW mit Elektromotor? Also diese beiden Fragen sollte man nun doch leicht beantworten können.

Elon Musk, 2015
Elon Musk, innovativer Kopf von Tesla Motors Inc., 2015 auf dem Tesla Motors Annual Meeting. Urheber Bild: Steve Jurvetson, Flickr.
Inhaber eines innovativen E Auto Hersteller.

Gleichzeitig werden wir Bürger angehalten, uns endlich ein umweltfreundliches Auto zu kaufen. So geschehen zuletzt bei der „großen Abwrackprämie“ von 2009, die nur einen Sinn hatte: die Automobilindustrie, welche zu den größten Industrien, wenn nicht gar die Größte überhaupt gehört, wieder auf die Beine zu helfen. Doch was bewirkte umwelttechnisch die Abwrackprämie? Nun, es wurde letztlich nur alter Schrott gegen neuen Schrott eingetauscht. So kann das doch – eigentlich – nicht funktionieren. Oder? Viele alte Fahrzeuge – die verschrottet wurden – waren im übrigen gar nicht so umweltschädlich, wie immer gesagt wurde. Und viele neue – frisch verkaufte – waren auch nicht besonders umweltfreundlich. Man kann so ein Vorgehen einfach nicht verstehen. Es ist einfach zu kurz gedacht.

Wo genau kann man eigentlich heute (Stand 2014) ein umweltfreundliches Auto kaufen? Viel Auswahl gibt es freilich nicht. Denn alles was mit Benzin, Diesel oder Gas angetrieben wird, kann sicher nicht als umweltfreundliches Fahrzeug bezeichnet werden. Hybridfahrzeuge sind durchaus ein guter Ansatz – aber letztlich lediglich ca. 30% sparsamer, als leistungsgleiche Verbrennerfahrzeuge. Wir brauchen Fahrzeuge, welche 100% sparsamer sind! Und diese müssen auch günstig(er) sein als Verbrennerfahrzeuge. Das wird auch bald schon soweit sein. Hoffe ich…

Es muss dennoch vermutet werden, dass es – von wem oder was auch immer – ein starkes Interesse daran gibt, das wir Bürger alte Technik kaufen sollen. Denn diese alte Technik hat Ihre Entwicklungskosten lange eingespielt. Und diese alte Technik verursacht Folgekosten in Form von Wartung. Dies wieder bringt neues Geld in die Industriekassen, und damit letztlich in die Staatskassen. Wem ist also damit gedient, wenn wir nur noch mit Elektrofahrzeugen fahren? Keine Zündkerzen. Kein Auspuff. Kein Öl. Keine Einspritzpumpen, Kein Benzin, kein Diesel wird verkauft. Und keine/kaum Wartung. Viele Firmen, die genau und teilw. ausschl. diese Teile produzieren, würden pleite gehen. Teilweise stecken sehr viele Mitarbeiter dahinter….

In wie weit wäre die heutige Welt besser, wenn seit 1900 die Elektroautos immer mehr zugelegt hätten? Eine interessante Frage, wie ich finde.

Musk, Tesla, Model S
Tesla Model S Facelift an einem Supercharger. Bildurheber: Wikipedia, Unimog404
Ein richtig innovatives Auto. Das Modell S von Tesla. Es ist schnell (wenn es sein muss), sportlich und ausdauernd. Und mit E Motor! Finde ich richtig gut. Daumen hoch!

Doch es gibt auch – meist sehr kleine – Firmen, die den großen Firmen der Autoindustrie mal so richtig zeigen, wo der Hase lang laufen (fahren) könnte. Tesla Motors, ein US amerikanisches Unternehmen in Kalifornien baut z.B. elektrische Sportwagen, die sich auch vor Porsche und Co nicht verstecken müssen. Gleichzeitig wird eine sehr hohe Reichweite geboten, wenn man „normal“ fährt. Es geht doch.

Auch der kroatische Sportwagenhersteller Rimac fällt pos. auf. Unternehmensgründer Mate Rimac baut Elektrosportwagen als Einzelstücke. Die haben sogar dermaßen hohe Beschleunigungen und Endgeschwindigkeiten zu bieten, das viele andere Sportwagenhersteller mit Verbrennungsmotor hochrot werden. Dabei werden keine Komponenten zugekauft, sondern alles selber produziert, sogar die dafür notwendigen Werkzeuge. Daraus ergibt sich eine hohe Flexibilität, eine hohe Unabhängigkeit, aber auch die Tatsache, mit rel. wenig Geld sehr viel entwickeln zu können. Tatsächlich ist das Ergebnis, der Elektrosportwagen vom Typ „Concept One“ mehr als überzeugend. Mal ehrlich: wer wollte nicht gerne so ein modernes, innovatives Fahrzeug sein Eigen nennen?

Zu erwähnen ist noch, dass es in Deutschland mittlerweile mehrere Firmen gibt, welche jeden herkömmlichen Verbrenner PKW offiziell mit TÜV Abnahme zu einem Elektroantrieb verhelfen. Gut zu wissen ist auch, das der Gebrauchtwagenhändler Stüber in Obrigheim immer einige alte aber noch gut erhaltene Elektroautos im Lager hat. Da kann man doch nicht meckern 🙂 Im Gegenteil. Das erfreut!

Eines noch: Wer war Nikola Tesla eigentlich? Über ihn hatten wir (hier) noch nicht geschrieben. Er war ein Erfinder, Physiker und Elektroingenieur, und hat viele Dinge erfunden, z.B. auch den Elektromotor. Damit ist er praktisch der Urvater der heutigen Elektromaschinentechnik, also letztlich der heutigen Elektromotoren. Viele – z.T. auch abenteuerliche – Visionen hatte er. Oft wurde er nicht ernst genommen, wie so oft bei Visionären. Nikola Tesla wurde 1856 in Kroation geboren. Nachdem er lange Zeit in Geldnot war, und auch Studiengebühren nicht bezahlte, wurde er der Universität verwiesen, so jedenfalls die Auskunft von Wikipedia. 1884 zog er mit sehr bescheidenen Finanzmitteln nach New York, und arbeitete schon nach wenigen Tagen in der Firma von Thomas Alva Edison, welcher u.a. die Telegrafie erfand. Nikola Tesla verstarb 1943 in New York.

So Leute, jeder Beitrag hat mal ein Ende. Vielen Dank für das Lesen.

Freundliche Grüße, Jürgen Blumenkamp

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