PV Anlage. Registrierung im Marktstammdatenregister MaStR

Der Staat mag ja eine gute Sache sein. Oftmals mischt er sich jedoch viel zu sehr in Dinge ein, die sich besser selbst regulieren sollten. Konkret geht es um die Eintragung im Marktstammdatenregister, in dem alle PV Anlagen vermerkt sind. Wirklich alle? Und warum überhaupt?


Hallo Freunde der Alternativen Energie. In diesem Artikel ist nicht wenig Ironie enthalten. Aber die Lage ist dennoch sehr ernst! Schreibt mir eure Meinung! Danke.

Wir schreiben das Jahr 2020, und am 31.01.2021 ist die Frist abgelaufen. Wahnsinn! Dann müssen alle (alle?) PV Anlagen in das oben genannte „Register“ eingetragen sein. Register? Eintragen? Man will ja schließlich wissen, wer was so am „Start“ hat, wer also quasi „unerwünschterweise“ selbst Strom erzeugt, und es zur Mittagszeit – fies wie man als PV Verstrahlter ist – in das arme öffentliche Stromnetz einspeist. Das ist auch wirklich nicht in Ordnung, von diesen verstrahlten PV Tanten und Onkels. Deswegen wird den PV Verstrahlten auf den Weg zum eigenen Strom jede Menge Steine in den Weg gelegt. Und müssen wirklich alle PV Anlagen eingetragen werden? Wir werden sehen – und lesen.

PV Modul
Bild oben: Pixabay 1306024. Ein PV Modul. So ein Modul ist wohl was Böses. Es kann zusammen mit weiteren Modulen kostenlosen Strom erzeugen. Das möchte man von Seiten des Staates (und der Politik) aber nicht. Denn Strom sollen nur die erzeugen dürfen, die auch große Kraftwerke haben. Damit die schön damit Geld verdienen können. Nicht schlecht! Und Kohlekraftwerke sind auch schön. Die qualmen so schön, und verbrennen diese schwarze Kohle. Dann ist die auch endlich weg. Klasse. Weiter so!
Mag die Regierung keine PV Anlagen und keine Windkraftanlagen? Scheint so. Schade.

Was ist das Marktstammdatenregister?

Es handelt sich um ein Register aller Strom- und Gaserzeugungsanlagen, und gehört zur Bundesnetzagentur mit Sitz in Bonn. Aktuell werden in diesem MaStR alle anderen Register von Stromerzeugungsanlagen zusammen gefasst. Früher war z.B. für PV Anlage das PV Meldeportal vorgesehen. Wenn heute (nach aktuellem Stand) ein PV Anlage eingetragen werden soll, muss man als Minimum rund 30 Min Zeit einplanen – die man natürlich nicht bezahlt bekommt! Aber einen Trost gibt es; hat man es geschafft, die PV Anlage – meist geht es ja um genau diese Anlagen – einzutragen, dann bekommt man…genau, eine Marktstammdatenregisternummer! Wahnsinn 🙂 Jetzt könnte man ja mal die Frage in den Raum werfen, oder sie auch schön in eine Ecke ablegen; wenn es da früher das PV Meldeportal gegeben hat, dann liegen doch alle Daten vor, oder? Hier gibt es ein „ja aber“. Fairerweise muss erwähnt werden, dass viele Daten in den alten Registern nicht mehr korrekt sind. Darum ist eine Neueintragung erforderlich.

Wer hat Zugriff auf die Daten?

Oh, eine ganze Menge viele Leute, wie z.B. das Bundeskartellamt, Umweltbundesamt, Wirtschafts- und Energieministerium, Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Statistisches Bundesamt, Landesregulierungsbehörden, und die Finanzbehörden. Alle dort gespeicherten Daten sind jedoch nicht öffentlich abrufbar, wohl aber viele. Aktuell (Stand Sommer 2020) fehlen wohl mehrere 100.000 Anlagen. Das ist nicht wenig!

Langsam. Wer bitte soll (oder muss) im MaStR seine PV Anlage eintragen?

Am liebsten alle Personen. Auch die, welche ihre PV Anlage schon mal eingetragen haben. Jaha, die auch! Am besten auch die Personen, welche noch gar keine PV Anlage haben, und wohl nie – aus welchen Gründen auch immer – eine bekommen werden. So geht die Zahl der PV Anlagen schnell in die Höhe, und man kann von Seiten der Regierung sagen; stopp, wir haben jetzt genug PV Anlagen.

Wo genau findet man das Register?

Wer wirklich meint, seine PV Anlage eintragen zu müssen, warum auch immer, vielleicht auch nur aus Angst, man würde gesteinigt werden, oder gar in den Knast kommen, hier der Link zur Eintragung; www.marktstammdatenregister.de Jetzt aber zack zack, alles schön eintragen!

Und wenn man seine PV Anlage nicht einträgt (böses Wort „Unterlassung“)?

Dann gibts einen Haufen Ärger. Eine „unterlassene“ Eintragung – meine Güte, was für eine Wortwahl – führt dazu, dass die Förderung, die ja sowieso aktuell nicht so üppig ist – Altanlagen ausgenommen (aber die waren ja auch teuer, und bekommen somit eine höhere Vergütung) – eingestellt wird. Oh, da bekommt man ja direkt Angst. Bestandsanlagen mit einer Inbetriebnahme vor dem 01.07.2017 sind betroffen. Danach in Betrieb genommene Anlagen bis zum 31.01.2019 sind ebenso besoffen. Ach ne, betrunken. Quatsch, betroffen sind die. Manno. Wer aktuell eine neue Anlage in Betrieb nimmt, muss diese innerhalb eines Monats eintragen. Muss? Habe ich da „muss“ gehört? Man „muss“ gar nichts, außer Steuern zahlen und eines Tages sterben. Boh Eye. Also betrifft diese Regelung alle PV Anlagen. Irre. Echt? Oder doch nicht? Moment…

Und was ist mit Stromspeicher (auch Akku genannt)?

Die haben es auch nicht besser, bzw. deren Besitzer! Erstmal werden die sowieso von vielen Leuten schief angesehen, so nach dem Motto; „was soll der Scheiß eigentlich? Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose, die holen sich das aus dem Akku“. Und; „meine Güte, für diese Akkus müssen arme Leute gebuckelt im fernen Australien, in Chile, China und Argentinien für einen Hungerlohn in Minen das Lithium abbauen.“ Dabei brauchen moderne Akkus immer weniger Lithium, Lithium kann auch immer besser recycelt werden. Die Technik geht eben weiter. Akkus werden immer leistungsfähiger, können immer schneller geladen werden, und sind schon heute ziemlich umweltfreundlich. Ach nee, sorry, die können ja plötzlich anfangen zu brennen. Schitt. Na ja, Atomkraftwerke können auch plötzlich anfangen zu strahlen, und Menschen und Umwelt zerstören. Ist eben so. Und überhaupt, am besten wir entwickeln uns weiter zurück, einschließlich unsere Technik. Wir fangen einfach noch mal von vorne an, mit Dampfmaschinen.

Na ja, jedenfalls endet auch bei Akkus die Übergangsfrist zur Eintragung am 31.01.2021. Auf die Website der Bundesnetzagentur gibt´s dazu noch ein Hinweispapier. Lesen! Wichtig! Gaaaanz wichtig!!!

Und wenn die Anlage verändert wird?

Oh ja, Riesenproblem. Das will man gar nicht! Jegliche Änderung welche die Leistung betrifft, müssen unverzüglich (also am besten gestern) gemeldet werden. Also Obacht! Bloß nicht daran rumbasteln. Und wenn dann nur von einem Fachmann! Oder von einer Fachfrau! Denkt an die hohe DC Spannung, die sau gefährlich ist (Lichtbögen)! Aua.

Sind wirklich alle PV Anlagen betroffen?

Nee, nicht alle. Aber die meisten PV Anlagen. Aber es gibt ein paar Leute, das sind die total Verstrahlten. Das sind die Bekloppten, die Geisteskranken. Die haben Ihre Anlage überhaupt nicht als Vergütungsanlage eingetragen. Watt? Sowas gibt´s? Die bekommen also gar keine Knete (Eurogeld) für den eingespeisten Strom. Die müssen ja total doof sein. Na ja, eben verstrahlt. Diese Leute können nichts dafür. Die verbrauchen darum soviel wie möglich von dem selbst erzeugten Strom. Nicht das sie mehr Strom verbrauchen. Nein, nur so viel wie möglich selbst verbrauchen. Das geht noch besser, wenn man noch in Akkus investiert. So ein Verfahren ist auch völlig frei von völlig unsinnigen bürokratischen Aufwendungen und Abrechnungen. Bei so einem Verfahren gibt´s also viele Vorteile. Aber natürlich auch ein paar Nachteile. Leider. Muss jeder für sich selbst entscheiden. Am besten sich selbst erstmal verstrahlen lassen, dann kann man besser entscheiden. Auf geht´s.

Und wer nicht weiß, wie es geht, hier ist ein Bericht von einem Verstrahlten, der so ein Projekt über mehrere Jahre durchgezogen hat, sich dabei immer wieder gegen die Mitmenschen stellen musste, die sowas einfach nicht verstehen können; Ein (fast) autarkes Wohnhaus. Und ja, es war nicht einfach. Aber das ganze Leben ist nicht einfach…

Jetzt ganz im ernst: Das traurige Fazit

Man sieht schon deutlich, über die letzten Jahrzehnte im Besonderen, dass die Alternative Energie (die ist eben anders, eben „Alternativ“, und daher von vielen Leuten einfach nicht „verstehbar“), also PV Anlagen, Windkraftanlagen (oh je, diese bösen Türme in der Landschaft, die „töten“ sogar Vögel), Biogasanlagen, usw. nicht gewollt sind. Nicht von der Regierung, nicht vom Staat, und eben auch nicht von vielen anderen Leuten. Diese „anderen Leute“, die haben eben andere Meinungen und Vorstellungen. Die meinen, Strom kommt immer nur aus Atomkraftwerken, und aus Kohlekraftwerken (da gibt´s übrigens auch Minen, in denen mühsam gebuckelt abgebaut wird, und Atom- und Kohlekraftwerke werden genauso gefördert wie PV- und Windkraftanlagen, also Alternative Energie).

Der Grund kann in dem EEG liegen, dem Erneuerbare Energien Gesetz, welches besagt, dass der Eigentümer für 20 Jahre lang eine garantierte Einspeisevergütung bekommt. Diese Anlagen werden also subventioniert, also gefördert. Die Förderung dient also der Planungssicherheit. Jedenfalls werden aktuell recht wenige PV Anlagen erbaut, einfach weil die Vergütung zu schlecht ist, und weil die Auflagen zu gut sind – äh, die sind nicht zu gut, die sind zu kompliziert. Das ist so, als wenn Sie ständig über große Steine gehen müssen, die auf dem Weg liegen. Macht keinen Spaß 😦

Eigentlich ist eine Förderung/Subvention nicht wirklich gut, aber andererseits auch nicht ganz schlecht. Viele Dinge werden gefördert, eben um die Technik anzuschieben. Das Gesetz ist letztlich dennoch eine eher weniger gute Lösung, die längst hätte überarbeitet werden müssen. Aber nicht so, wie es aktuell in Beratung ist. So nicht. Aber lasse man machen. Die schlauen Leute in der Politik wissen schon, wie es geht 🙂 Denen brauchen wir nichts erzählen. Die wissen alles selbst am besten!

Grüße, Euer Jürgen

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