Strom tanken zu Hause

Ein E Auto kommt für immer mehr Fahrer infrage. Aber wie funktioniert die Ladestation in der Garage oder an der Hauswand? Hier beschreibe ich, was man vor der Installation beachten sollte.


Es ist durchaus möglich, ein E Auto (Elektroauto) auch an einer herkömmlichen 230V Steckdose anzuschließen, also aufzuladen. Grundsätzlich dauert der Ladevorgang dann aber auch ziemlich lange. Je nach Akkugröße reicht eine Nacht oft nicht aus, um den PKW Akku aufzuladen. Denn wir haben hier ja 230V AC die mit max. (und auch nicht auf Dauer) mit gut 10 A belastet werden dürfen. Achtung; normale (Haus)Steckdosen sind nicht für stundenlange Höchst-Belastungen geeignet. Sie werden dann heiß, und können sogar eine Brandgefahr darstellen.

Zuhause Strom tanken
Bild oben; Pixabay. Man kann durchaus an der 230 V Steckdose einen E PKW aufladen. Hier bestehen bei stundenlanger Strombelastung jedoch Schmor und -Brandgefahr.
Nur eine Notlösung, wenn gar nichts anderes geht; aufladen eines E PKW an einer herkömmlichen Netzsteckdose.

Denn aus so einer erwähnten Steckdose kann man rund 2,3 kW entnehmen. Wenn nun der Autoakku 10 x so groß ist von der Kapazität her, also 23 kWh hat, und auch ziemlich leer ist, dauert es 10 Stunden, bis der Akku ganz voll ist. Wie erwähnt besteht dabei sogar noch eine Brandgefahr für die Steckdose, da diese nicht für so lange Zeit so stark belastet werden darf.

Besser per Wallbox

Eine Wallbox, zu deutsch in etwa eine Wandbox, oder besser Wandkasten, oder einfach „Wandladestation“ wird mit deutlich dickeren Kabeln, und auch mit allen 3 Phasen, die in einem Haushalt installiert sind, versorgt. Denn von außen kommt ein dickes Kabel vom Stromanbieter in das Haus. Es hat 4 Leitungen, nämlich den Nullleiter und 3 Phasen, welche einen Phasenversatz von 120 Grad haben (3 x 120 = 360 = ein Vollkreis). Dieser Phasenversatz ist technisch schon bei der Stromproduktion im Stromgenerator bedingt – egal wo dieser ist (BHKW, Windkraftanlage, Großkraftwerk…) – und wird heute in einem Haushalt kaum noch benötigt, außer z.B. für eine Wärmepumpe, welche oft einen sog. 3 phasigen, oder auch „Starkstrom“ Anschluss (im Vergleich zum Schwachstrom, oder auch „Lichtstrom“ Anschluss) verwendet. Ansonsten verwendet man die 3 Phasen, die ja quasi 3 getrennte Stromversorgungen sind (immer gegen den N = Nullleiter) nur um diese gleichmäßig an die vielen Verbraucher (Steckdosen usw.) verteilen zu können. Eine Wallbox kann diese 3 Stromversorger (diese 3 Phasen) jedoch auch zusammen bündeln, und so z.B. problemlos 22 kW Leistung bereit stellen. Manche Wallboxen können auch noch mehr Leistung liefern. Ein gewöhnlicher Hausstromanschluss leistet in aller Regel min 14,5 kW. Er kann jedoch auch 34 kW liefern, oder noch mehr, falls dies bei Beauftragung so gewünscht wird. Industriestromanschlüsse leisten natürlich ein Vielfaches davon.

Installation der Wallbox

Üblicherweise erfolgt die Montage in der Garage. Die Wallbox selbst hat auch mehr oder weniger Technik integriert, in der Art wie z.B. im heimischen Stromverteilerkasten. Manchmal ist sogar eine separate FI (F = Fehler, I = Intensität) Absicherung enthalten. Die Box wird nun mit einem entsprechend dicken 5 adrigem Kabel mit dem Hausanschlusskasten verbunden. Falls eine sog. Starkstromsteckdose (die roten für Maschinen) mit 16 oder gar 32 A in der Nähe ist, kann man auch diese nutzen. Stecker rein, und gut ist.

Die Kosten

Einfache Wallboxen mit bis zu 3 phasiger Leistung von bis zu 11 kW sind aktuell schon für um die 500,- Euro zu haben. Hier kommt jedoch noch die eventuelle Montage hinzu. Ist keine Starkstromsteckdose vorhanden, müssen noch die Kosten für die separate Leitung vom Zählerkasten hinzugerechnet werden. Sprechen Sie dazu am besten mit Ihrem Elektriker. Generell dürfen Sie nur bei entsprechender Befugnis (Ausbildung) selbst den Anschluss legen, und/oder die Wallbox installieren. Ist bereits eine Starkstromsteckdose in der Nähe, kann die Installation im Idealfall sogar selbst erledigt werden; Stecker rein, und das war es schon.

Die mögliche Ladeleistung

Wir wissen, dass eine Phase max. – im idealen Fall, also bei guter Verkabelung, und bei geeigneter Steckdose – mit 3,7 kW belastet werden darf. Das entspricht einen Strom auf einer Phase von rund 16 A. Wie gesagt, theoretisch ist das auch (kurzzeitig) bei einer „einfachen“ Netzsteckdose möglich, die in den Wänden unserer Haushalte x fach vorhanden ist. Zu empfehlen ist das jedoch nicht! Hier bei der extra für diese hohen Ströme vorgesehenen Steckdose, nämlich die Wallbox, ist das jedoch kein Problem. Da wir sogar 3 Phasen haben, können wir auch problemlos bis zu 3 x 16 A = 11 kW abnehmen. Viele Wallboxen können sogar problemlos bis zu 22 kW liefern – völlig erlaubt sogar. In einigen Haushalten ist jedoch die Ladung – aufgrund des Hausstromanschlusses, genau genommen der Dimensionierung dessen – auf 11 kW (3 phasig) begrenzt. Aber damit kann man auch große E Autos mit recht großen Akkus schon ziemlich schnell aufladen, min. aber ziemlich schnell nachladen.

Anmeldung / Genehmigung Wallbox

Bis zu einer Leistung von 11 kW müssen Wallboxen angemeldet werden. Auch wenn der Hausstromanschluss mehr leistet, ist dies notwendig. Die Begründung liegt darin, dass beim Laden dann ja zusätzlich bis zu 11 kW Leistung von diesem Anschluss aufgenommen wird, also vom Versorger zusätzlich geliefert werden muss. Bei noch höheren Leistungen muss die Montage der Wallbox sogar beantragt und auch bewilligt werden. Alles andere ist sonst strafbar.

Wallbox in Mietwohnung

Generell – Ausnahmen mag es geben – haben Sie auch als Mieter Anspruch auf eine Wallbox. Die Kosten müssen Sie dann selbst übernehmen. Hier ist aber eine Absprache mit dem Vermieter nötig. Idealerweise sollten Sie die Installation so erledigen lassen, dass Sie die Wallbox auch problemlos – also quasi steckerfertig – in die neue Mietwohnung mitnehmen können. Es gibt übrigens auch transportable Wallboxen, die lediglich an eine rote Starkstromsteckdose angesteckt werden. Das eigentliche Ladekabel sollte idealerweise fest an der Ladebox (Wallbox) montiert sein. So kann das Ladekabel vom PKW ungenutzt im PKW verbleiben, und dort verwendet werden, wenn Sie mal unerwartet irgendwo liegen bleiben, und sich z.B. eine Notstromversorgung erfragen müssen, z.B. in einem Haushalt, oder einer Firma in der Nähe, welche bereit ist Ihnen in so einer Notsituation zu helfen. (leerer Akku = wie ein leerer Tank beim Verbrenner).

Stecker zum laden / Ladestecker

In Deutschland bzw. Europa findet man oft den „Typ 1“ Stecker, den „Typ 2“ Stecker, den CCS Stecker. Bei chinesischen und japanischen PKWs findet man oft „CHAdeMO“ Stecker.

Typ 1Asien und Nordamerika. 1 phasig, max. 7,2 kW Ladeleistung. Werden diese PKWs in Deutschland angeboten, liegt meist ein Ladekabel mit Adapter bei. So kann dieser PKW auch an den in Deutschland verbreiteten Typ 2 Ladeeinheiten verwendet werden.
Typ 2Europa und Deutschland. 3 phasig, max. 43 kW Ladeleistung. An heimischen Wallboxen meist 3 phasig mit max. 11 kW Ladeleistung. Wird auch als „Mennekes Stecker“ bezeichnet.
CCSStandardanschluss für Schnellladung. 3 phasig, meist bis 50 kW Ladeleistung, oft aber mehr. Combined Charging System. In Europa Standard für Typ 2 Fahrzeuge, welche schnellladefähig sind.
CHAdeMoAsien, Charge de Move, DC Schnellladeanschluss, min. 50 kW Ladeleistung, oft auch deutlich mehr. Wird z.B. bei Nissan, Kia, Mitsubishi verwendet.
Die verbreiteten Ladeanschlüsse für Elektroautos. Daneben gibt es natürlich noch von Tesla das Superschnellladesystem, welches quasi ein modifiziertes Typ 2 System ist. Hier wird eine Ladeleistung von 120 kW erreicht. Natürlich können Teslas in aller Regel auch am Typ 2 aufgeladen werden.

Kosten für die Stromladung

Generell zahlen Sie aktuell incl. aller Stromnebenkosten – so wie auch für alle anderen Verbraucher im Haushalt – rund 30 Cent pro KWh. Wenn also Ihr Auto einen 40 kWh Akku hat, und Sie möchten diesen komplett aufladen, zahlen Sie rund 40 x 30 Cent, also rund 12,- Euro. Die Abrechnung erfolgt üblicherweise so wie von Ihnen bisher für Ihre Haushaltsgeräte bekannt. An einer öffentlichen Ladestation können (und werden) die Preise pro kWh jedoch höher sein. Hier ist aktuell auch die passende (Lade)Karte notwendig, um überhaupt Strom außerhalb tanken zu können. Wenn Sie eine PV Anlage haben, und ggf. sogar einen entsprechend großen (Haus)Akku, können Sie im Idealfall sogar kostenlos Strom tanken. Hier ist jedoch in vielen Fällen eine Wallbox mit zusätzlicher Technik erforderlich.

Förderung von Wallboxen

Da Elektroautos auch eine Förderung bekommen, ist davon auszugehen, dass auch die heimischen Wallboxen demnächst gefördert werden. Hier ist dann z.B. bei der KfW vor Kauf eine solche Förderung zu beantragen. Nach Kauf wird die Rechnung eingereicht, und man bekommt einen Großteil der Investitionen erstattet.

Hier noch ein paar interessante Links und Artikel;

Damit beende ich diesen Artikel über eine Strom-Wallbox für E PKW, und bedanke mich für das Lesen.

Grüße, Euer Jürgen Blumenkamp

Welche Zukunft hat das Elektroauto?

In Amerika, in Frankreich, in Norwegen, in den Niederlanden, und in einigen anderen Ländern werden viel mehr E-Autos verkauft. Dort gehören E-Autos schon zum Alltag in der Stadt. Doch warum ist das in Deutschland nicht genau so? E-Autos gibt es schon genau so lange wie Verbrenner-Autos. Als vor über 100 Jahren die Autos auf die Straße kamen, war der E-Auto Anteil sogar ganz erheblich größer als heute. Es gab damals fast genauso viele E-Autos wie V-Autos.


Warum gibt es in Deutschland (Stand 2014) immer noch so wenig Elektroautos? Prof. Dudenhöffer (u.a. Inhaber des Lehrstuhls Automobilwirtschaft): Deutschland tut zu wenig für das E-Auto. Siemens zieht sich zurück, bei den Ladestationen, genauso wie auch die Energieversorger, beim aufstellen von Ladestationen. Deutschland, das Land der Erfinder und Entwickler, ist an letzter Stelle, wenn es um E-Mobilität geht.

Der Streetscooter, entwickelt für die Deutsche Post.
© Superbass / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons). Der Streetscooter wurde im Auftrag der Streetscooter GmbH für die Deutsche Post entwickelt.
Die Deutsche Post macht jetzt auf Elektro. Gut so!

Auch die Politik in Deutschland macht aktuell (Stand 2014) einfach immer noch viel zu wenig für E-Autos. Jeder 7. Arbeitsplatz ist in Deutschland von der Autoindustrie abhängig. Wenn Deutschland nicht bald reagiert, wird das Land der Erfinder, das Land „Made in Germany“ bald keine herkömmlichen V-Autos mehr verkaufen können, da diese dann bald keiner mehr haben will. Übrigens, „Made in Germany“ steht heute immer noch für „gute Qualität“. Doch früher stand es für „schlechte Qualität“. Damals vor rund 100 Jahren (Ende des 18. Jahrhundert) wurde damit vor alter, unmoderner importierter Technik aus Deutschland gewarnt.

Warum gibt es eine so große Abneigung – auch von der Politik – für E-Mobilität, eine Technik, welche umweltfreundlich ist? Fakt ist: es gibt in Deutschland keine staatliche Unterstützung. Bringen wir es auf dem Punkt: in Deutschland sind aktuell (Stand 2014) E-Autos immer noch unbeliebt, vielleicht sogar verhasst und ungewünscht. Laut Koalitionsvertrag (Stand 2014) sollen in 2020 schon min. 1 Million E-Autos in Deutschland unterwegs sein. Doch es ist fraglich, ob dieser „schön Traum“ auch wahr wird.

Die Zukunft vorweg genommen…

…hat Dieter Eckhard aus Ingelheim. Der Messingenieur hat schon fünf Elektroautos (Stand 2014). Schon 1997 hat er sein erstes E-Auto gekauft und war von dem Auto Marke „Hotzenblitz“ begeistert. Eckhard fährt fast jeden Tag elektrisch – mit seinen E-Autos. Dieter Eckhard ist ein Vorbild, und voll von seinen Elektrofahrzeugen überzeugt. Doch der Elektrowagenfreak ist eine Seltenheit, und so sind die Stromfahrzeuge derzeit keine sehr große Konkurrenz für Benziner und Diesel. Denn von den rund 43 Millionen Autos in Deutschland fahren nur rund 8000 mit Strom, ein verschwindend geringer Bruchteil. Das sind weniger als 0,0002 % Anteil Elektrofahrzeuge – der Rest fährt mit Verbrennermotoren (Diesel, Gas und Benzin). So leben die Menschen offenbar im 3. Jahrtausend – weil es erstmal einfach ist. Aber bald wird es teuer. Richtig teuer für alle. Nun, den meisten Fahrern sind die aktuellen (Stand 2014) E-Fahrzeuge zu teuer. Stromtankstellen fehlen auch. Und das Laden dauert im Vergleich zum Tanken oft recht lange, und auch die Urangst des deutschen Autofahrers, mit so einem Mobil liegen zu bleiben, sind die Hindernisse für diesen „schönen Traum“. Doch viele dieser völlig unnötigen Vorurteile sind nur vorgeschoben. Man muss einfach von der Sache „E-Fahrzeug“ überzeugt sein. Dann klappt das auch. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Die Autoindustrie

In 2014 bringen die PKW Hersteller, angestachelt aus Fernost, immerhin 15 neue E-Fahrzeuge auf den Markt. Das ist erstaunlich. Meint es die Automobilindustrie jetzt ernst mit bezahlbaren Volt, Watt und Kapazität? Oder ist alles nur ein Bluff, um EU-Strafzahlungen für hohe CO2-Werte bei den beliebten Verbrennungsmotoren zu vermeiden? Fakt ist; keiner will so richtig ran an die E-Autos. Aber die EU macht Druck. Vieles was die EU macht, ist nicht so schön. Manches doch, wie in diesem Fall. Und die BRD hat hoch gesteckte Ziele. Na ja, sie muss sie haben. Sie will (oder muss?) bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen haben. Sollen die da nur rumstehen (parken), oder auch fahren? Ist das machbar? Oder auch „nur ein schöner Traum“? Was steckt dahinter, wenn eine Regierung sowas ankündigt? Sind es die „vielen“ Arbeitsplätze der Autoindustrie?

Fest steht, dass sich nicht nur der Fahrzeugantrieb, sondern auch die Strukturen der Mobilität ändern müssen. Nur so kann man die Probleme der Zukunft meistern. Die verschiedenen Systeme wie Car-Sharing, Bus und Bahn müssen endlich besser vernetzt werden. Das E-Autos nicht teuer sein müssen, zeigen viele Beispiele. Gerade Zweitwagen, aber auch Taxen arbeiten sehr wirtschaftlich mit E-Antrieben. Aber wenn man nicht will, nun, dann will man eben nicht. Soll jeder für sich entscheiden!

Abschließende Beispiele

Weitere Informationen zu diesem Thema;

So, und wieder ist ein Artikel zu Ende…

…und ich danke Ihnen fürs lesen.

Ihr Jürgen Blumenkamp

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