Das neue EEG 2021. Immer mehr Bürokratie für die Alternative/Erneuerbare Energien.

Warum wird seit vielen Jahren die Alternative bzw. Erneuerbare Energie, bestehend zum Beispiel aus Photovoltaikanlagen, oder aus Windkraftanlagen, von der Regierung so massiv unterdrückt? Was läuft falsch?


Die Bundesregierung hat mal wieder ihre bekannte Strategie zur Verschlechterung der Bedingungen für die Erneuerbaren Energien angewandt. War ja klar. Zunächst werden krasse Absichten an die Öffentlichkeit gegeben. So nach dem Motto; mal sehen, wie die „Alternativ verstrahlten“ reagieren. Die reagieren auch. Briefe, Stellungnahmen, Studien, Demos. Und wirklich, die „Verstrahlten PV Tanten und Onkels“ erreichen etwas! Und das ist auch gut so!

EEG 2021
Bild oben; Pixabay, eeg 1019830. Man muss doch irgendwie erreichen, dass das Volk nicht immer mehr Strom z.B. mit PV Anlagen selbst erzeugt (und dafür praktisch nichts/kaum etwas zahlen muss). Dann können die großen Energieversorger nicht überleben. Das geht nicht! Denn die haben große Kraftwerke, und die kosten viel Geld! Ist das (wirklich) die Meinung, die Ansicht der aktuellen Regierung?
Es ist möglich, auch in Deutschland, sogar während der Wintermonate, sich völlig unabhängig vom öffentlichen Stromanschluss zu machen. Ganz einfach ist das nicht, und auch nicht ganz billig. Aber es lohnt sich, auch finanziell! Die Energieversorger mögen das vielfach natürlich nicht. Sie geben lieber Vergünstigungen für Großkunden, wenn diese mehr Strom verbrauchen. So nach dem Motto; mehr ist mehr (nicht weniger ist mehr). Warum wohl werden die Maschinen in Fabriken oft nicht mehr ausgeschaltet? Kopf schütteln. Statt Strom – und damit heute auch immer noch viel CO2 – zu sparen, wird rausgehauen, was geht. Nicht gut!

Was wurde denn erreicht von den PV Anhängern? Einiges! Gut so!

Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), welches vor rund 20 Jahren die Zündung für eine nachhaltige Energiepolitik bot, gibt es heute wenig Licht, aber viel Schatten. Die Technik war seinerzeit noch sehr teuer, und musste subventioniert werden. Subventionen sind nicht pauschal schlecht. Allerdings muss man auch sagen; ja, das EEG hätte ganz anders novelliert werden sollen, und könnte damit schon nach rund 10 Jahren (also 2010) ohne Subventionen auskommen. Das EEG hat sich letztlich aber weltweit durchgesetzt, bzw. wurde praktisch überall – von recht wenigen „Betonköpfen“ abgesehen – anerkannt.

Das EEG wurde immer erfolgreicher, und die fossil-atomare Energie litt darunter. Die haben die „Gefahren“ erkannt; es braucht keine zentralen Großkraftwerke mehr, sondern viele kleine Kraftwerke in Bürgerhand. Man sah regelrecht schwarz bei den Großkraftwerksbetreibern, und hat sich die folgenden Jahre richtig fiese Schreckensmeldungen ausgedacht – auf die auch die Regierung reingefallen ist. Weiter wurden immer neue „Novellen“ veröffentlicht, und so wurde das EEG, bzw. deren Anlagen – auch durch unfassbare Bürokratie – immer unbeliebter. Darum sagen sich viele Freunde der PV, Windkraft, aber auch der weiteren Bioenergieanlagen; nee, das ist mir zu kompliziert. Auch hier muss man sagen; traurig, dass ein Staat solche Regelungen beschließt. Aus ursprünglich in 2000 noch gut 10 Paragraphen wurden in 2021 über 100 – genau, Paragraphen.

Bürokratie
Bild; Pixabay Bürokratie (2398693). Und diese Bürokratie ist für viele Kleinunternehmer einfach zu kompliziert. Ist das neue EEG bald am Ende?
Die kurzfristige Lösung für die fossil-atomare Energiewirtschaft; massenweise Bürokratie für die Alternative Energie. Immer schön dicke Steine in den Weg legen.

Vorschriften und Strafen ohne Ende.

Der Netzanschluss vom öffentlichen Stromnetz ist etwas ganz Besonderes. Einspeisen? Wie bitte? Das machen doch die Großkraftwerke! Wieso wollen die kleinen PV Heinis da jetzt selber einspeisen? Das will man nicht! Auch die Anmelderestriktionen und Strafzahlungen bei jeglicher Missachtung von „obersten Gesetzen“ führen schlussendlich zur völligen Überforderung der Bürger. Tatsächlich sind die heutigen Gesetze und Auflagen derart komplex, dass nur noch Insider damit zurecht kommen. Gut gemacht Staat. Du brichst der Nachhaltigkeit mit einem Lächeln im Gesicht das Genick. So hat es die fossil-atomare Energiewirtschaft schlussendlich geschafft, die nachhaltige Energieerzeugung aus Bürgerhand ins wanken zu bringen.

Kann man das Verhalten der fossil-atomaren Energiewirtschaft/Industrie verstehen?

Nun ja, auch wenn man PV Verstrahlter ist (wie ich einer bin), oder auch Anhänger von Windkraftanlagen, oder Biogasanlagen, so muss man sich eines ganz klar vor Augen halten; bisher brauchten wir die Großkraftwerke. Keine Frage. Natürlich ist es ziemlich „mistig“, dass ein Atomkraftwerk schon nach wenigen Jahren hochgegangen ist, und dabei massenweise Flora (Pflanzen) und Fauna (Tier und Mensch) mit Krankheit und Tod bestraft hat. Eigentlich hätte so ein GAU (Größter Anzunehmender Unfall) erst nach rund 50000 Jahre auftreten dürfen. Hier ist z.B. der schwere Unfall vom 26. April 1986 in Tschernobyl, Sowjetunion zu nennen, oder vom 11. März 2011 von Fukushima, Japan. Dies sind nur zwei riesige GAUs, aber passiert sind dutzende weitere Unfälle in Atomkraftwerken die letzten Jahrzehnte. Siehe Linkliste unten. Weiter sollte man hier auch nicht die Abgase der Kohlekraftwerke vergessen. Ich gehe davon aus, dass Millionen Menschen von den Abgasen erkrankt sind und gestorben sind.

Es scheint so, als hätten unfähige Laien das neue EEG 2021 beschlossen. Denn wie sonst ist zu erklären, dass viel zu wenige Alternative Energieanlagen (PV, WKA, Biogas…) zugelassen werden? Auch der berechnete Strom passt schlicht nicht, denn wir brauchen immer mehr Strom, weil wir immer mehr mit Strom heizen werden. Auch die E Mobilität, eine meiner Meinung nach sehr gute Sache, benötigt zukünftig immer mehr Strom. Selbst wenn wir mehr in Wasserstoff investieren, so wird auch dieser H2O zu großen Teilen aus (überschüssigen) Strom produziert. Zwar insgesamt (aktuell) noch mit einem miesen Wirkungsgrad, aber gut, besser als nichts.

So sind auch in diesem EEG 2021 wieder Ausbaudeckel für PV und Windkraft enthalten. Was wir brauchen ist stattdessen ein ungehinderter Ausbau der Erneuerbaren Energien. Statt dessen wird das Ausbauziel der PV Anlagen bis 2035 beschlossen. Statt zu sagen; „baut endlich mehr PV Anlagen“, will man alles kontrollieren, und in meiner Meinung nach unsinnigen „Marktstammdatenregistern“ beobachten. Immerhin sind im aktuellen EEG auch die Agrar PV (PV Flächen quasi auf Äckern ohne das sie den Landwirt stören), sowie Floating PV (schwimmende PV Anlagen) aufgeführt. Aber auch hier ist von einer Zersetzung dieser Anlagen aufgrund der Bürokratie zu rechnen.

Ist die Vergütung zu gering?

Ich persönlich bin nur sehr bedingt ein Freund von Subventionen. Fakt ist aber, dass die aktuelle Vergütung (EEG 2021) von 8,16 Cent/kWh für Anlagen bis 10kWp in einigen Fällen nicht reicht, um so eine Anlage wirtschaftlich zu betreiben. Führende Solarvereine, wie z.B. auch der SFV (siehe Link unten) fordern schon lange, die Einspeisevergütung anzuheben.

Es gibt aber auch ein paar Lichtblicke im EEG 2021:

Der intensive Kampf einiger Umweltverbände zusammen mit Solarvereinen hat immerhin dazu geführt, dass die EEG-Umlage auf Eigenversorgung aus PV-Anlagen abgeschafft wird. So wird die Schwelle, ab der 40 Prozent EEG-Umlage auf selbst verbrauchten Strom gezahlt werden muss, von 10 Kilowatt (EEG 2017) auf 30 Kilowatt (EEG 2021) angehoben. Ist ja „voll großzügig“.

Mieterstrom

Mieterstrom ist jetzt auch für größere Anlagen bis 750 Kilowatt möglich. Es fehlt jedoch noch die Gleichstellung von Mieterstrom mit der Eigenversorgung. Die Bundesregierung setzt hier europarechtliche Vorgaben nicht um, so dass hier weiterhin viel Druck gemacht werden muss. Das wird auch geschehen. Der Ablauf ist so, dass versucht wird, möglichst viele Mieter (z.B. in einer Straße) zusammen zu fassen. Details muss man ggf. mit seinem Vermieter besprechen.

Der Weiterbetrieb von Ü 20 Anlagen.

Das EEG 2017 hat auch einige Schatten – was für PV Anlagen gar nicht gut ist – geworfen. Anlagen, die nach 20 Jahren aus der Förderung laufen, sollen keine Vergütung mehr bekommen. Eigentlich – so meine ganz persönliche Meinung – ist das nicht wirklich ein Drama. Immerhin besteht ja die Möglichkeit, den selbst erzeugten (quasi kostenlosen) Strom auch zu verwenden, und somit diesen nicht einkaufen zu müssen. Nun ja, jedenfalls sollten diese Anlagen Direktvermarktungsregelungen befolgen (für eine Vergütung), Smart-Meter-Einbaupflichten befolgen, und die EEG-Umlage auf Eigenversorgung auch noch bezahlen. Man hätte auch sagen können; wir schlagen eure Anlage nach 20 Jahren mit dem Hammer kaputt! Aber auch hier haben Proteste von Umweltverbänden und Solarvereinen zu einer Abhilfe geführt. Zumindest in Teilen gab es Erfolg. Viele alte (Ü 20) Pionier-Anlagen (Einspeisevergütungsende 01.01.2021), müssen nun entgegen den alten Plänen des EEG 2021 keinen Smart Meter installieren. Die Anlagen können auch auf Eigenversorgung umgestellt werden, was in Verbindung mit einem Stromspeicher – die Dinger werden ja immer besser, günstiger und leistungsfähiger – besonders gut geht. Die Akkus sind umweltschädlich? Ja wenn Sie das meinen, lieber Leser. Es gibt auf dieser Welt massenweise andere Dinge, welche 10000 fach umweltschädlicher sind. Mit oder ohne Akku ist dann (nach Umstellung auf Eigenversorgung) auch auf den Eigenstrom keine EEG-Umlage zu zahlen. Alles andere wäre ja auch irgendwie ein wenig komisch, oder? Warum bitte sollte ich – beispielhaft – auf selbst angebaute Kartoffeln, die ich selbst esse, auch auch Steuern zahlen? Und Smart Meter sind erst ab 7 kWp verpflichtend, die EEG-Umlagebefreiung bis 30 Kilowatt gilt jetzt unabhängig vom Datum der Inbetriebnahme, also auch für Ü 20 Anlagen. Der ins Netz eingespeiste Überschussstrom kann per sonstiger Direktvermarktung oder eine Anschlussförderung in Höhe des Marktwertes abzüglich der Vermarktungskosten in Anspruch genommen werden. Es wäre ja alles so einfach, doch dann wäre es nicht mehr so kompliziert, und man könnte nicht mehr so viel „beraten“.

Das Superwahljahr 2021

Dieses Jahr gibt es viele Möglichkeiten, Kreuzchen auf Zettelchen zu machen. Ich rede nicht vom knobeln. In Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin stehen Landtagswahlen an. Und seit Beginn der Klimaproteste von Fridays for Future wählen die Bürger*Innen einen (neuen) Bundestag. Machen Sie, lieber Bürger bitte Ihr Kreuzchen an die richtig Stelle. Dankeschön 🙂

Freundliche Grüße. Jürgen Blumenkamp

Freundliche Grüße, Jürgen Blumenkamp

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