Der Frust im Job

Ist der Job ein Killer, oder der Killer ein Job? Oder beides, oder nichts von beidem? Viele Arbeitnehmer:innen sind in Ihrem Job unzufrieden, und überlegen zu wechseln. Doch ist das die Lösung?


Viele Arbeitnehmer:Innen sind offenbar mit Ihrem Job unzufrieden. Nicht umsonst hat der gute Gunter Gabriel gesungen; „Hey Boss, ich brauch mehr Geld“. Man möchte am liebsten alles hinwerfen, und einen neuen Job, einen neuen Arbeitgeber, einen neuen Chef, neue Kolleg:Innen suchen. Alles muss neu! Aber viele Probleme im aktuellen Job sind keine universellen, sondern persönliche Probleme…

Frust im Job
Pixabay, Job Digital
Frust im Job, oder Job mit Frust?

Es ist egal, für wem Sie arbeiten

Nur knapp 15% der Menschen sind uneingeschränkt mit ihrem Job zufrieden. Das ist nicht viel. Man könnte auch sagen, es ist bitter wenig. Manch einer arbeitet sogar gegen seinen Chef, bzw. die Interessen des Unternehmens an. Ein großes Problem stellen auch die vielen Arbeitnehmer:Innen da, welche innerlich gekündigt haben. Die Ursachen für diesen Unmut muss man erkennen, sie abschalten, und so zu erheblich mehr Zufriedenheit zu kommen. Ist ein Jobwechsel wirklich eine Lösung? Abschließend muss man sich Alternativen zur Flucht vom (aktuellen) Arbeitsplatz überlegen. Hier kann eine neue Einstellung zu großen Verbesserungen im Job- und Privatleben führen. Die Kernfrage; wollen Sie sich wirklich ihr ganzes Arbeitsleben über Ihre Tätigkeit ärgern, nur um ein wenig Geld zu bekommen, und dafür jede Menge Lebenszeit zu verplempern? Diese Frage muss sich jeder selbst beantworten, auch wenn die Antwort oft wahrlich nicht einfach ist. Leider.

Probleme gibt es in fast jedem Job

Schlechte Bezahlung (manchmal sogar unterirdisch schlecht), unmögliche Kollegen und Chefs, es gibt viele Gründe für Frust am Arbeitsplatz. Ein Problem ist die weit verbreitete Meinung, zu wenig Anerkennung zu bekommen. Man bleibt länger, macht die Aufgaben fertig, und wundert sich dann über ein fehlendes Dankeschön vom Chef. Ein weiteres Problem ist die Denke, unterbezahlt zu sein. Aber auch diese Einschätzung ist subjektiv, denn lange nicht jeder mit schlechter Bezahlung arbeitet unter seinem Marktwert. Alleine dieser Umstand, dieser Fakt, ist traurig. Kann man alleine diese beiden Probleme durch einen Jobwechsel umgehen? Ist das Gras der anderen Firma wirklich grüner? Denn wenn sich viele Menschen im Job unzufrieden fühlen, ist die Wahrscheinlichkeit sich in einem anderen Job zufriedener zu fühlen, sehr gering. Das ist beim Einkommen genauso. Untersuchungen haben gezeigt, dass auch die subjektive Einstellung, unterbezahlt zu sein, nicht verschwindet, wenn man besser bezahlt wird. Egal, ob man den Mindeststundenlohn bekommt, der ohne Frage aktuell als ziemlich lächerlich (und ziemlich unverschämt) bezeichnet werden kann, oder ob man 50,- Euro pro Stunde oder mehr verdient. Denn Menschen vergleichen sich immer mit Menschen und Dingen, die sie besser finden, die mehr verdienen. Wir sehen nicht, dass es auch noch viel schlechter laufen könnte. Aber ist das ein Maßstab?

Wird der Wunschjob Sie glücklich machen?

Eher nicht, denn der Berufsalltag wird den Arbeitnehmer schnell erfassen. Wenn die Probleme im Job universell sind, sind sie auch im neuen Job anzutreffen. Außer man selbst ist das Problem. Denn die Probleme sind in den Strukturen der Jobwelt verankert. Das wird beim nächsten Job genauso sein, und gilt auch für anstrengende Kollegen. Doch dies sind nur die Rollen der Mitarbeiter im Unternehmen. Ein neuer Job kommt einem oft verheißungsvoll vor, ist es aber in den seltensten Fällen. Erst ist alles noch neu und interessant. Aber bleibt das auch so?

Ist Freiberuflichkeit die Lösung?

Wir haben akzeptiert, dass ein neuer Job vermutlich nichts ändern wird. Aber was ist, wenn wir unser eigener Chef sind? Laut Statistik ist die Zufriedenheit unter Selbstständigen und Freiberuflern besser als bei Arbeitnehmern. Dieses Problem gibt es hier als Arbeiter oder Angestellter also nicht. Aber dafür in ganz vielen Fällen viele weitere Probleme. Der Arbeitsaufwand (im Büro als Selbstständiger z.B.) ist oft enorm. Denn von nichts kommt nichts. Nächstes Problem ist die Angst, die eigenen Kosten nicht stemmen zu können. Aber auch hier wird man selbst bei gutem Einkommen noch mehr verdienen wollen. Und wer nicht gut verdient, kann nichtmal den Frust auf seinen Chef abwälzen, sondern muss die Probleme bei sich suchen, was noch tiefere Krisen hervorbringen kann. Auch drängende Kunden können Probleme bereiten. Somit ist es egal, für wen man arbeitet, und auch egal, wie man arbeitet. Frust gibt es fast immer.

Nicht universelle Probleme

Wenn man objektiv, also am Marktpreis gerechnet zu wenig verdient, sollte man zumindest versuchen, dies zu ändern, auch wenn das in einigen Fällen viel einfacher gesagt, als getan ist. Auch wenn der Arbeitgeber keine Lohnerhöhungen zulässt, oder keine Aufstiegsmöglichkeiten, oder weitere Arbeitsvorteile (Lohnzugaben) anbietet, obwohl Sie das Potenzial für mehr Kompetenz haben. Auch wenn man konstant unterfordert, oder auch überfordert ist, sollte man ein Gespräch mit dem Chef suchen, und notfalls auch hier reagieren, also wechseln. Dies alles sind nicht universelle Probleme, haben also mit Ihnen, bzw. Ihrer Leistung zu tun. Hier sollte man alles daran setzen, eine Verbesserung – notfalls in Form eines Jobwechsels – herbei zu führen.

Mögliche Enttäuschungen vermeiden

Warum hat man seinen Beruf ergriffen? Wollte man die Welt verändern? Wollte man (viel) Geld verdienen? Oder hat es sich einfach nur so ergeben? Oder muss endlich Geld reinkommen? Meist erwarten wir nur eine Sache von unserer Jobwahl. Es ist die Freiheit, dem nachzugehen, wofür man sich interessiert. Dann kommt die Enttäuschung. Wir machen alles an diese eine Erwartung fest, und übersehen die oft vielen anderen Vorteile des Jobs. Wenn man sich aber nur auf eine Sache konzentriert, und nur diese sieht, wird die Freude nach einiger Zeit weichen. Man muss auch die vielen weiteren positiven Dinge erkennen, sehen und schätzen. Z.B. der schöne Weg zur Arbeit, die neuen Aufgaben, die Kollegen mit Ihren Erzählungen, die Freude auf die Pausen und den Feierabend. Es ist also wichtig, seine Erwartungen auch auf die vielen Nebenschauplätze zu richten. So erreicht man, nicht enttäuscht zu sein, wenn nur eine Sache auf die man sich konzentriert (Geld, Welt verändern) dann doch nicht in dem gewünschten Maße eintritt.

Negative Gedanken akzeptieren, sie aber positiven Gedanken gegenüberstellen.

Man muss seine Erwartungen reflektieren, und lernen sich nicht nur auf eine Sache zu versteifen. Auch wenn der Job vielleicht nicht genial ist, so sollte man dennoch immer alles geben. Es geht hier jedoch nicht um Hektik oder Eile. Es sei denn, Sie arbeiten im Akkord. Denn dies macht einen guten Eindruck, so verbleibt man in guter Erinnerung, knüpft gute Kontakte, die vielleicht irgendwann behilflich sind, einen neuen – vielleicht wirklich besseren – Job zu finden und zu bekommen. So spart man auch viel Energie, weil man nicht ständig suchen und hoffen muss. Dennoch muss man sich diesen täglichen Realitätsschock aussetzen, sonst kämpft man täglich gegen Windmühlen. So kann man die Suche nach dem neuen Job auch leichter aufgeben, oder sich zumindest nicht darin versteifen. Siehe positiver auf die Dinge. Das soll nicht bedeuten, alles was schlecht ist, für gut zu befinden. Negative Gefühle muss man annehmen. Dennoch kann man seine Gedanken verändern, die negativen gegen die positiven austauschen.

Das Mindset

Die Einstellung, das „Mindset„, schlägt dem Unterbewusstsein ein Schnippchen. Sage Sie sich einfach; „Ich nehme all das an, was auf mich zukommt“. Oder; „Ich liebe das Leben auch dann, wenn es nicht nach Plan läuft“. Diese sogenannten positiven Affirmationen muss man regelmäßig (täglich) wiederholen. Sage nicht, „ich habe zu wenig Geld“, sondern lieber; „es ist gut, wenn ich mehr Geld bekomme“. Bei negativen Gedanken kann man diese so gegen die Positiven austauschen, und einfach glücklicher werden. Das geschieht, indem man durch eine immer positiver werdende Haltung auch immer mehr positivere Dinge anzieht. Man sagt schließlich nicht zum Spaß, dass Geld zu Geld kommt!

Klarmachen, was man schon erreicht hat

Neigen Sie bitte nicht dazu, das wahrzunehmen, was nicht gefällt. Denn eine gute Taktik für weniger Jobfrust ist es, seinen Focus zu ändern. Was haben Sie schon erreicht? Schulabschluss, Praktikum, einen lieben Partner gefunden, die Ausbildung im Beruf bestanden, den Führerschein für den PKW bestanden. Sie haben sicher auch viel Berufserfahrung gesammelt. Auch wenn Ihnen die aktuelle Position nicht optimal gefällt, so haben Sie sich doch gegen andere Bewerber durchgesetzt. Es gibt immer Menschen, die eine bessere Bildung haben, aber auch welche, mit schlechterer Bildung als Ihre.

Was Sie konkret umsetzen können

Kommunizieren Sie gewaltfrei. So kann man sich selbst, aber auch seine Kolleg*innen und Mitmenschen zeigen, dass man seine Einstellung zu überdenken bereit ist. Zeigen Sie auch Ihre Empathie, also die Fähigkeit, sich in andere Menschen hinein versetzen zu können. Statt zu sagen; „können Sie nicht mal mitdenken“, sage Sie lieber; „ich habe oft das Gefühl mehr machen zu müssen, weil Sie nicht ganz bei der Sache sind“.

Nun wünsche ich Ihnen, dass diese Erkenntnisse zum eigenen Wohl umgesetzt werden können.

Grüße, Ihr/Euer Jürgen Blumenkamp

Die Zukunft der Arbeit

Welchen Beruf sollte man heute erlernen, um in 25 Jahren nicht arbeitslos zu sein – oder: Welche Arbeitsplätze wird es in 25 Jahren vermutlich nicht mehr geben?


Früher gab es Dampfmaschinen. Die sind sehr interessant, haben aber einen schlechten Wirkungsgrad. Heute gibt es Verbrennungsmotoren, die schon deutlich effektiver arbeiten. Bald wird jedoch die E Mobilität ihren Durchbruch erlangen, denn diese ist extrem einfach zu produzieren, und hat einen enorm hohen Wirkungsgrad. Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, in der sich in aller Regel die Dinge durchsetzen, die (besser) funktionieren – von der rasant voranschreitenden KI (künstliche Intelligenz) und den bald kommenden superschnellen Computern (Quanten Computer), sowie den vermutlich schon in 2022 erscheinenden elektrischen Flugtaxis mal ganz abgesehen…

Schon in 10 bis 20 Jahren wird es – vermutlich – die Hälfte der heute bekannten Berufe nicht mehr geben. Dafür wird es aber viele neue Berufe geben. Fabrikarbeiter*innen werden überwiegend – oder ganz – durch Roboter mit KI (Künstliche Intelligenz) ersetzt. Tatsächlich zeichnet sich schon heute (2017) deutlich ab, das IT (Information Technology) Experten, speziell mit Schwerpunkt KI extrem gefragt sind. Was heute in einigen Teilen der Welt diesbezüglich entwickelt wird, ist schon beachtlich. In Deutschland wird sich diese KI Technik schätzungsweise so um 2030 – vielleicht auch schon eher – durchgesetzt haben. Zur IT mit dem Schwerpunkt KI gehören all die neuen Techniken, die jetzt mehr und mehr auf uns zu kommen; autonome Autos, fliegende Taxis, lernende Roboter – eben einfach immer mehr Technik, und immer weniger „Arbeit“ bei der man sich die Hände schmutzig machen muss. Diese Entwicklung könnte „gut“ sein.

Arbeiterinnen
Arbeiterinnen 1918 in Frankfurt in einer Flaschenfabrik. Copyright Wikipedia.
Veröffentlicht in Dorothee Linnemann (Hrsg.): Damenwahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht. Begleitbuch zur Ausstellung. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-95542-306-3, S. 105.

Kein Billiglohn mehr?

Heute erledigen in vielen Fällen Menschen Aufgaben in Fabriken, die diese mehr oder weniger widerwillig nur abarbeiten, einfach um das Geld zu bekommen. Und um am Wirtschaftsleben einer Marktwirtschaft – mehr oder weniger sinnvoll und gut – teilnehmen zu können. Spaß hat an all diesen Dingen nicht jeder. Hier sollte man aber von Seiten der Firmen das Leben nicht zu einfach machen, und diese „Arbeiter(*innen)“ einfach als schwierig zu bewerten. Denn wenn ein Mensch gezwungen ist, eine Tätigkeit auszuführen die nicht seinen Kompetenzen entspricht, wird die Tätigkeit nicht perfekt ausgeführt. Von der sehr oft „sehr mäßigen“ Bezahlung mal abgesehen. Denn die Belohnung für die Arbeit ist der Lohn. Wenn dieser gering ausfällt, kann man sich vorstellen, wie viele Mitarbeiter darauf reagieren.

„Gering“ ist nicht relativ. Das durchschnittliche Einkommen liegt bei jährlich weit über 35.000,- Euro. Davon ist der Billiglohn, oder auch der Mindestlohn weit nach unten entfernt! Was früher normal war, nämlich eine feste Anstellung mit gutem Lohn und sozialer Absicherung, wird es vermutlich um 2030 und später nicht oder kaum noch geben. Dieser Luxus wird sich auflösen, so ist zu vermuten.

Der neue Job

In Zukunft wird nur noch der Mensch eine Beschäftigung finden, der auch glaubhaft nachweisen kann – in seiner Bewerbung und später im Vorstellungsgespräch – das er diese Beschäftigung richtig gerne macht. Ohne Freude im Job läuft in rund 10 bis 20 Jahren nichts mehr. Das jedenfalls ist meine Hoffnung, aber auch meine Vermutung. Das gilt dann im Prinzip mehr oder weniger für alle Berufe, die es dann noch gibt, wobei natürlich viele neue Berufe hinzu kommen werden.

Lernen

Wir müssen also immer weiter lernen. Das macht und das kann ein Mensch schon von Geburt an. Und wenn die Lust dazu irgendwann aufhört, liegt es daran, dass man nicht genug gefordert wurde, oder es einfach zu langweilig wurde. Es liegt nicht daran, weil wir schon zu alt sind. Kinder und Jugendliche verlieren Ihre Neugierde, ihren Entdeckerdrang wenn man ihnen vorschreibt, was sie zu entdecken haben. Denn wer soll, will nicht mehr!

Arbeit und Umwelt

Auch die Kindergärten und Schulen sollten umdenken. Nicht nur, weil sich die Arbeitsbedingungen der „Kleinen“ ändern. Auch weil die Umwelt nicht völlig außer Acht gelassen werden darf. Aktuell wird z.B. sehr viel Pestizide auf den Äckern gesprüht, weil damit Unkraut und Schädlinge (Art der Insekten) fern gehalten werden sollen. So wird heute reichlich (gute?) Nahrung produziert auf unseren Feldern. Das Problem dabei kann aber auch sein, dass wir (Menschen) die Unkräuter und Schädlinge brauchen. So ist zu überlegen, ob wir wirklich eine (Um)Welt ohne Insekten haben wollen, denn durch das versprühen der Pestizide sterben u.a. immer mehr Insekten. Schlussendlich ist der Wunsch durchaus sinnvoll, Insekten zu züchten, welche die Pestizide ersetzen können. So kann weiterhin (auch in Zukunft) die Umwelt geschützt werden, und gleichzeitig viele Nahrungsmittel auf den Feldern produziert werden. Letztlich sollten schon Kindergärten und Tagesstätten auch die diversen Tierarten, sowie Pflanzenarten intensiv bei den Kindern eintrainieren, nicht zuletzt weil wir Menschen diese Lebewesen brauchen, sondern auch, weil den Kindern neben den neuen Technologien (Smartphone) auch die Flora und Fauna nahe gebracht werden sollte.

Grüße, Ihr Jürgen Blumenkamp

Erstelle deine Website mit WordPress.com
Jetzt starten