Kann man sein Smartphone von der Steuer absetzen?

Man sagt immer, es sei so genial, selbstständig zu sein. Weil man dann z.B. auch sein Smartphone von der Steuer absetzen kann. Und weil man dann für sich selbst arbeitet, und nicht für einen Chef. Natürlich ist die Selbstständigkeit kein Zuckerschlecken. Aber Vorsicht; Zucker ist ungesund! Hier versuche ich mal zu klären, was geht – in Sachen „von der Steuer absetzen“.

Sicher kann man Vieles von der Steuer absetzen. Zumindest wenn man ein angemeldetes Gewerbe hat, welches eben auch eine Steuerausweisung haben muss, also kein „Kleingewerbe“ ohne Steuerausweisung (ohne ausgewiesene MwSt.) sein darf. Weitere Voraussetzung ist, dass man regelmäßig die Umsatzsteuererklärung (Umsatzsteuervorauszahlung) abgibt. Aber gilt das auch für ein Smartphone, oder iPhone (ist ja letztlich auch ein Smartphone)? Der Beleg muss/sollte auf seinen Namen, bzw. ggf. auf den Firmennamen ausgestellt sein (Ausnahme ist z.B. ein Tankbeleg), idealerweise mit ausgewiesener Steuer. Zum erfassen des Beleges eignet sich z.B. Lexoffice sehr gut, welches onlinebasiert ist, und daher nicht installiert werden muss, also von jedem Rechner passwortgeschützt genutzt werden kann – auf Wunsch auch per Zwei-Faktor-Authentifizierung. Viele User mögen keine onlinebasierten Programme, wollen lieber auf Ihrem eigenen Rechner die Progs installieren, und selber die Daten hosten. Ich sage Ihnen eines; vergessen Sie das! Diese Zeiten sind schlicht vorbei. Genauso wie es heute keine Dampfmaschinen mehr gibt. Der Beleg, also der Artikel muss freilich auch sinnig zum Gewerbe passen, und nicht beim Finanzamt gleich hochgezogene Augenbrauen verursachen. Letztlich ist aber die Frage, ob das Finanzamt diese Ausgabe akzeptiert. In aller Regel wird und muss das Finanzamt diesen Beleg aber akzeptieren!

Photo by Karolina Grabowska on Pexels.com
Alles Mögliche angeben beim Finanzamt ist kein Problem. Aber das Finanzamt muss es auch (notfalls zähneknirschend) akzeptieren.

Worauf ist zu achten?

Zunächst einmal ganz pauschal; ärgern Sie nicht Ihr Finanzamt! Es sitzt am längeren Hebel. Seien Sie sicher! Das bedeutet, halten Sie Ihre Abgabefristen ein. Vermeiden Sie verspätete Abgaben von Unterlagen. Lassen Sie keine Fragen offen. Halten Sie jährlich größenordnungsmäßig – auch wenn Sie aus welchen Gründen auch immer aktuell keine Steuer zahlen – 30% bis 50% Ihres Gewinnes pro Jahr auf einem separaten Konto parat. Denn es kann gut sein, dass das Finanzamt diesen Betrag, oder einen guten Teil davon nachträglich einfordern wird. Das Finanzamt tut nur seine Arbeit. Unterstützen Sie Ihr Finanzamt dabei, und Sie werden keine Probleme mit dem Finanzamt haben!

Der Beleg sollte auf dem Namen des Unternehmens ausgestellt sein, und wird ggf. für die Gewährleistung, aber auch als Beleg allgemein für das Unternehmen abgeheftet. Am besten Sie verwenden ein onlinebasiertes, professionelles Rechnungs und Buchhaltungsprogramm, da dieses alle möglichen Belege fast vollautomatisch per Texterkennung korrekt zuordnen kann. Übrigens, by the way; auch Kontoführungsgebühren können in vielen Fällen abgesetzt werden, und von professionellen Büroprogrammen auch zugeordnet werden. Dazu wird die entsprechende Buchung des Betrages direkt vom online Kontoauszug kategorisiert vom Buchhaltungsprogramm. Ist doch ganz easy.

Und nicht nur das Gerät (Smartphone) selbst, auch die laufenden Kosten beim Provider können abgesetzt werden – wenn diese auch betrieblich (voll oder teilweise) genutzt werden. Normalerweise ist auf dem Beleg auch eine USt. ausgewiesen. Diese Vorsteuer bekommt man bei der nächsten anstehenden Umsatzsteuervoranmeldung (monatlich z.B.) wieder zurück. Generell gilt dieses Verfahren für Summen bis 1000,- Euro. Bei höheren Summen muss man die Nutzungszeit (z.B. auf 3 Jahre) verteilen – freilich halten Smartphone´s oft nicht so lange…

Mögliche Einwände des Finanzamtes

In vielen Fällen wird – oft zu Recht, oft aber auch zu Unrecht- vom Finanzamt reklamiert, dass man das Telefon ja auch privat nutzt. Oder das Auto. Falls also keine volle Nutzung erfolgt, kann es erforderlich sein dafür einen privaten Obolus zu zahlen. Dazu wird z.B. in der Buchungsübersicht des online Finanzprogrammes eine private Telefonnutzung (z.B. 50%, oder auch mehr oder in vielen Fällen auch weniger) eingebucht. Oder eine private Autonutzung.

  • Lexoffice, ist ein geniales (online) Programm für fast alle Unternehmer
  • Es gibt in letzter Zeit immer mehr solcher online Buchhaltungsprogramme!
  • Das sagt Wikipedia zu Lexoffice. Lexoffice gehört zum Haufe Verlag.

Ihr Jürgen Blumenkamp

PS: Ja, ich nutze selbst seit längerer Zeit die oben beschriebene online Version von Lexoffice, und bin sehr damit zufrieden! Versprochen! Man muss nichts installieren, kann das Programm von jedem Gerät – auch vom Smartphone – nutzen, und es ist eine zuverlässige deutsche Entwicklung, die auch vom Finanzamt akzeptiert wird. Damit kann man sich auf die Kernthemen seines Betriebes konzentrieren. Sie haben Fragen dazu?

Fragen Sie mich 🙂

Im folgenden noch eine Abbildung der Onlineoberfläche. Dazu wird einfach die Webadresse von Lexoffice eingegeben, und man loggt sich ein. Das Programm ist eine Komplettlösung, und verwaltet fast alle Arten von Kunden, Artikel, Dienstleistungen, Kundenrechnungen, Lieferantenlieferungen (Ausgaben) und Kontobuchungen. Auch weitere Funktionen sind ebenfalls integriert, und/oder können freigeschaltet werden. Natürlich können Sie auch einen privaten Modus aktivieren, und so Ihre Zahlen z.B. vor Kunden verbergen, denen Sie etwas von Ihren Dienstleistungen zeigen möchten.

Oben die Abbildung nach dem Login. Ich bitte um Verständnis für die unkenntlich gemachten Unternehmenszahlen aus dem ersten Quartal 2021. Ich habe bewusst diese Art der Darstellung gewählt, statt den privaten Modus.
Oben eine der Bildschirmmasken der professionellen Unternehmersoftware „Lexoffice“.

Ich bedanke mich für´s lesen dieses Beitrages, und wünsche Ihnen weiterhin alles Gute, auch in finanzieller und unternehmerischer Sicht. Vielen Dank auch an den Steuerberater Burkhard Küpper von Küpper & Kollegen, von dem einige dieser Tipps übernommen wurden.

Freundliche Grüße

Jürgen Blumenkamp

Autor: Jürgen B.

IT Fachmann, weltoffener Techniker, für Alternative Energie und E Mobilität.

2 Kommentare zu „Kann man sein Smartphone von der Steuer absetzen?“

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